Unbegrenztheit, § 19

Warum nehmen die Menschen die Gesichter der Maja in solch großem Ausmaß an? Das Leben ist erfüllt von diesen Gespenstern und trügerischen Erscheinungen. Diese Sättigung füllt das Dasein mit unnötigen Bildern. Der Geist, der die Ewigkeit kennt, wird zum großen Ursprung getrieben, und in ihm ist das Samenkorn des Verstehens des Universums enthalten. Der nur für das Gewohnte empfängliche Geist ist auf die unbedeutende Wirklichkeit der Maja gerichtet. Er wird nur von den Erscheinungen des gewöhnlichen Lebens angezogen. Der Mangel an Fassungsvermögen lässt ihn das Buch des Lebens nicht aufschlagen. Doch es gibt auch eine Klasse von Menschen, deren Schicksal beklagenswert ist. Dies sind die Bewusstseine, die das Samenkorn des Verstehens enthalten, doch, durch Verneinung getrübt, nehmen sie die vom Kosmos vollführte Runde nicht wahr und hemmen so die Evolution. Was vorbestimmt ist, wird erfüllt werden. Doch jene, die die Fristen des Fortschritts verzögern, verurteilen sich selbst zum Rückfall. Wer nicht gewillt ist, die Zukunft zu erkennen, ist wie ein Krebs – beide gehen rückwärts. Es gibt entweder das Schwert der Heldentat oder ein Nachahmen des Krebses. Vorsätzlicher Hochmut gleicht dem Ruf dessen, der im Namen der Unwissenheit aufruft. Die Anhäufung kosmischer Feuer vermag diesen Staub leicht hinwegzufegen. Doch, Freunde, euer Fortschritt liegt in eurem Schmieden des künftigen Schwertes! Nehmt diese sich in Zeitaltern gebildeten Wahrheiten an und denket über sie nach! Wie vermag man den Beginn des Verstehens zu festigen? Der Geist wird einen lehren, die Zeichen des Gefühlswissens anzuwenden; aber die Schatzkammer möge gefüllt werden! Wünschet nur, in den Rhythmus des kosmischen Pulsierens einzugehen!

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