Herz, § 578

Unwissende werden fragen, wie denn Harmagedon in Erscheinung tritt, wenn alle Höhlen des Bösen nach wie vor bestehen bleiben? Dann muss man sagen, dass alle Menschen den Kampf gefühlt haben, aber jeder auf seine Weise. Die Anspannung der Höhlen selbst zeigt jede angespannte Bestrebtheit auf. Deshalb muss man sich menschlicher Unentschlossenheit gegenüber sehr feinfühlig verhalten. Die Tauben und Stummen gebärden sich manchmal seltsam, weil sie infolge ihrer Beschränktheit über keine andere Ausdrucksform verfügen. Aber sind nicht Menschen, die das Herz nicht kennen, ähnlich beschränkt? Man sollte über diese Armseligkeit nicht lachen, sondern sie unauffällig und geduldig zu Mitteln würdigerer Ausdrücke anregen. Die gleiche Duldsamkeit muss man allen Missbildungen gegenüber an den Tag legen. Die gegenwärtige Zeit erfordert im ganzen Leben verschiedene Bedingungen. Aus den Übersetzungen der ‘Briefe der Mahatmas’ kann man entnehmen, wie weit Unsere, nach dem höchsten Plan geschaffene Führung von irdischen Handlungen entfernt war. Das Gesetz des freien Willens lässt es nicht zu, an die unmittelbaren Taten heranzugehen. Jetzt aber haben sich die Bedingungen des Planeten geändert, die Gesetzesnormen sind verstärkt. Wir müssen nach Maßnahmen vertrauter Führung Ausschau halten, das Wesen des freien Willens vorsichtig anspannend. Dadurch wird die Aufgabe sehr erschwert. Sogar die geringste Verletzung des freien Willens zieht die verzweigtesten Folgen nach sich. Die Wechselbeziehung zwischen karmischen Bedingungen und das Anvertrauen von Aufgaben kann mit dem Schreiten auf einem Seil verglichen werden, aber dieses Seil muss aus den verschiedensten Materialien gesponnen werden. Welcher Bedachtsamkeit bedarf es, um die Fäden der Farbe und dem Rhythmus gemäß zu verbinden! Denn, durch einen unbeherrschten Ausruf kann eine langwierige Arbeit unterbrochen werden, daher rate Ich zur besonderen Vorsicht. Es gibt ein Sprichwort über das Sammeln aller für die Reise notwendigen Seile. In einer angespannten Stunde wisst ihr nicht, welcher Faden von Nutzen sein wird. Deshalb haltet alle Möglichkeiten bereit, ohne zu überlegen, ob sie groß oder klein sind. Für den Lehrer ist es immer wichtig, die deutliche Gewissheit zu haben, dass jeder Seiner Befehle verstanden und befolgt wird. So nähern wir uns der Sprache des Herzens, die nicht vieler Worte bedarf.

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