Herz, § 579

Prägt euch für immer ein, dass das sogenannte Unterscheidungsvermögen kein Geschenk ist, sondern das Ergebnis von Arbeit und Erfahrung. Das törichte Wort Intuition drückt nichts anderes aus als Beschränkung. Nicht durch Intuition, sondern durch viele Aufspeicherungen kann man Unterscheidungsvermögen erlangen. Zu behaupten, Unterscheidungsvermögen hätte keine Grundlage, gleicht der Feststellung, dass Vorstellung keine Reflexion vorheriger Erfahrung sei. Die Zeit ist gekommen, wo scheinbar Abstraktes in die Kette der Ereignisse eingeht. Der Mensch hat viele Situationen erkannt und hat so seine Urteilskraft verfeinert. Seid sicher, dass, wer über kein Unterscheidungsvermögen verfügt, vorher ein raues Dasein fristete und keine Anstrengungen machte, sich daraus zu befreien. So beraubte er sich des Nutzens der Erkenntnis über das Herz. Das Herz des Menschen ist nicht jung, denn sein Wesen ist von Dauer. Manche wird sich über diese Dauerhaftigkeit freuen, weil dieser Begriff ewiges Leben beinhaltet. Mancher wird sich darüber freuen, dass eigenes Bewusstsein auch eigene Verantwortung bedeutet. So treten die Tafeln der Wahrheit ins Leben. Werdet nicht müde, die Lehre des Lebens in allen ihren Zeitaltern zu lesen. Das offene Herz wird sich über die Rhythmusfolge freuen. Auf solchen Fundamenten werden wir auch begreifen, dass der die Menschheit leitende Antrieb nicht im täglichen Leben sichtbar sein kann. In diesem Maße lasst uns auch den Pfad der Freude finden.

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