Herz, § 577

In den Schriften alter Einsiedler kann man den Ausspruch finden ‘Güte ist Wohlgeruch, Böses ist giftiger Gestank.’ Gewiss, dieser Ausspruch wird für gewöhnlich symbolisch verstanden, aber ein nachdenklicher Physiologe wird verstehen, dass dieser Feststellung auch ein lehrreiches chemisches Experiment innewohnt. Die Energieumwandlung in Wohlgeruch ist eine sehr deutliche Tatsache. Wird der Wohlgeruch von Freesien oder Veilchen wahrgenommen, kann man auf die physische Nähe oder feinstoffliche Energie des Segensreichen Beginnens schließen. Andererseits ist alle Niedere sowohl auf der physischen als auch auf der geistigen Ebene von Verwesungsgestank umgeben. Daher möge man diese chemische Reaktion wahrnehmen und so der transzendentalen physiologischen Entdeckung noch näherkommen. So muss man es verstehen, sich den kosmischen Erscheinungen bewusst zu nähern. Wir betrachten Geruch und das Verstehen, ihn zu reinigen, als einen sehr verfeinerten Zustand. Unter den Sinneswahrnehmungen ist der Geruch eines der vertrautesten Merkmale für alles sich Nähernde. Viele werden nicht verstehen, dass das Herz die Treibkraft zur Verfeinerung des Geruchs sein kann. In einem flammenden Herzen löst die Annäherung jedes Wesens eine besondere Wirkung auf das innere Geruchsempfinden aus. Herzerstickungen sind oft auf solche Annäherungen zurückzuführen. Weder Wind noch die Reinigung der Luft helfen dort, wo die Energie des Bösen selbst einen scheinbaren Kamin errichtet; Wohlwollen bringt allerdings Erleichterung. Gleichfalls ist das Gefühl in den Fingerspitzen nicht nur ein Schutz vor feindlichen Sendungen, sondern kündet auch deren Empfang an. Ununterbrochener Kampf verursacht Störungen des Herzrhythmus, daher ist Vorsicht immer von Nutzen.

‹ § 576 · Inhaltsverzeichnis · § 578 ›