Gemeinschaft, § 228

1927 – II – 12

Die Zeit ist gekommen, wo Wir jedem Schaffenden sagen werden: ‘Du gehörst zu Uns!‘ Die Zeit ist gekommen, wo wir die Pfade und Zeichen, angefangen von jenen der Sterne, überprüfen werden; wo wir uns in den Sprachen und Ausdrücken des Denkens kürzer fassen werden; wo wir die Verse des Altertums zum letzten Male durchlesen werden. Das Leben ist nach Perioden und Stilen eingeteilt worden, dem Maß unvollkommener Tage Tribut zahlend. Wer verteilte die Sternbilder? Wer verteilte die Mundarten? Erinnerte sich jemand an das Erbe aller Völker? Stil hat die Eigenheiten des Zeitalters bestimmt. Die äußeren Kerben eines Ornaments tragen die Vorurteile und die Herkömmlichkeiten der Lüge. Es ist Zeit, Erbe nur entsprechend dem inneren Potential zu teilen. Es ist notwendig, den Zuwachs des Lebens zu kennen. Sargformen müssen den Toten überlassen werden. Wahrlich, man sollte die Schritte der Kultur fühlen, doch das Zick-Zack der Verweichlichung nicht beachten. In plumpe Panzer gesperrter Kleinmut hat nie zu allmenschlicher Freude geführt, doch die Retorte eines bescheidenen Alchimisten erstrahlte oft für das Allgemeinwohl. Ohne Aberglauben müssen wir die Meilensteine des Wachstums der Menschheit unter dem Zeichen der Gemeinschaft prüfen. Wir müssen prüfen, wie der Sieg der Gemeinschaft durch Anzünden der Feuer von Wissen und Schönheit gewachsen ist. Wahres Wissen und Schönheit verkörpern die beste Gemeinschaft. Wir werden das Beste erwählen und bestätigen, dass wer das Beste erkannte, zum Gemeinschaftsmitglied wird.

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