Gemeinschaft, § 227

1927 – II – 11

Ein abgestorbenes Bewusstsein gleicht einer den Samen verlorenen Hülse. Der Begriff der völligen Auflösung beziehungsweise der Tod gehört zu den Erzeugnissen der psychischen Energie. Man kann sich vorstellen, dass das Bewusstsein, das durch Streben nicht genährt wird, schwindet und sich im Strom feinster Energien unmerklich auflöst – unmerklich und unwiederbringlich! Die Menschen sprechen von der Notwendigkeit, den Verstand mit Büchern zu nähren – dies wird nur eine äußere Erscheinung sein. Denn ohne Streben wird das Nähren des Verstandes ein formeller und fruchtloser Vorgang sein. Streben muss von innen kommen, ohne äußere Ursachen. Die Hindernisse des Lebens können die Qualität des Strebens nicht beeinflussen. Der grundlegende Impuls, der die menschliche Gattung aus der Zelle des Minerals hervorbrachte, darf, wenn sich die Steinzelle auf Stelzen erhob, nicht erlahmen. Dann muss auf alles, was war, eine Übersättigung folgen, und ein unbezähmbares Streben nimmt seinen Platz ein. Wenn das Streben verlorengeht, hört der Mensch auf, ein bewusstes Wesen zu sein. Augenblicke des Auflösens des Bewusstseins spiegeln sich in der physischen Ausstrahlung wider. Man kann etwas, gleich Rauchschwaden von grauem Dunst, sehen, das sich vom Sonnengeflecht abwärts ausbreitet. Dies bestätigt die Tatsache, dass wir es mit einer Energie zu tun haben – kurz gesagt, das große AUM hat sich in Asche verwandelt. Schon in der Kindheit sehen wir, wie Streben zu Asche wird. Gärtner, tritt näher, und entferne mit einem Lächeln den Staub von den Blütenblättern! Ein Lächeln gleicht einem Flügel des größten AUM. Gärtner, du wähltest die Obhut der Blumen. Die Blüte der Morgenröte ertönt in der Freude der Klänge des Raumes. Man kann an die fernen Welten denken.

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