1927 – II – 9
Das Studium der psychischen Energie wird durch die Gleichheit grundlegender Gesetze erleichtert. Analog den physischen Bedingungen unterliegen auch die psychischen Bedingungen einem Prozess von Ursachen und Wirkungen. Lasst uns das einfachste Beispiel anführen: Wenn ein Mensch in Windrichtung geht oder mit dem Strom schwimmt, spart er viel Energie. Wenn ein Mensch sich der richtigen Evolutionsströmung anschließt, überwindet er Hindernisse mit wunderbarer Leichtigkeit. Dies ist so, weil die Richtung der Evolution vernünftig vorgegeben wird. In Richtung der Evolution voranzuschreiten bedeutet aber keinesfalls, sich von der Mehrheit mitschleppen zu lassen. Die gesamte Geschichte der Menschheit zeigt, dass nur eine Minderheit die Richtung der Evolution erkannte. Woher nahmen diese Wenigen die Kräfte zur Überwindung der Hindernisse? Buddha sagte – ‘Die Umgestaltung des Kosmos erfolgt durch eine Verbindung der psychischen Energien, durch sie strömt das Glück.‘ Er zeigte den Unterschied zwischen Augenscheinlichkeit und Wirklichkeit auf. Sein Vergleich des Augenscheinlichen mit einer Fata Morgana lässt sich in jedem zeitgemäßen Gespräch anwenden. Wie sollte man die wirkliche Richtung der Evolution erkennen können, wenn die blendende Augenscheinlichkeit, vorgefasste Meinungen und Vorurteile die Wirklichkeit verhüllen? Wann werden die Menschen Vorurteile als Fata Morgana durchschauen? Jedes Vorurteil beinhaltet einen üblen Angriff auf die Menschlichkeit. Dies ist keine Moralpredigt, sondern eine zweckmäßige Warnung. Welche Vorstellung von Gemeinschaft könnte sich bei Menschen mit Vorurteilen bilden? Es ist sinnlos, mit ihnen über freie Bewusstseinserweiterung zu sprechen; sie haben keine Vorstellung von Freiheit, ohne Freiheit kann aber der Kanal der Glücksströmung nicht gefunden werden. Denkt über die Gesetze der psychischen Energie nach!