Gemeinschaft, § 223

1927 – II – 7

Die Methoden der Gedankenübertragung sind im Westen und Osten verschieden. In der Suggestion bemüht man sich im Westen, direkte aggressive Wirkung anzuwenden: Berührung, Fixieren durch das Auge, lautes Murmeln eines Befehls, das einen in seiner Primitivität an die niederen Magier Südindiens erinnert. Im besten Fall ist solch ein Befehl durch kurze Zeitdauer gekennzeichnet und umfasst das Bewusstsein gewöhnlich nur für eine bestimmte Tat. Im Osten versucht man vor allem, eine innere Berührung mit dem Bewusstseinszustand herzustellen, wodurch es möglich ist, das Bewusstsein fester und dauerhafter zu füllen. Der Mensch aus dem Westen versucht, einen mit seinem Blick zu durchbohren, doch der Orientale wird einen beim Aussenden eines Gedankens wirklich nicht ansehen, weil die Wirkung eines Blickes die Schärfe des Befehls zerstören würde. Gewiss, der Sender wird die Augen offenhalten, doch er wird sich von seinem Partner ein Bild formen, und in diesem geistigen Bild kann er dessen Wesen voll erfassen. Keine Anspannung wird die Wirkung verstärken, sondern nur Unveränderlichkeit des Bewusstseins und die Echtheit des Tons des psychischen Klanges. Ein Felsen wird durch eine Detonation gespalten und nicht nur durch einen Schlag. Das Schwerste ist leicht zu erreichen, wenn das Bewusstsein angemessen erscheint und die Ruhe nicht gestört wird. Das Übel liegt darin, dass die Menschen Ruhe für Untätigkeit halten. Tat – Energie – Licht!

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