1926 – XII – 22
Oft fragen Gemeinschaftsmitglieder, woher die Anfälle von Seelenschmerz kommen, die sie manchmal verspüren? Man muss wissen, dass es ohne diese Krämpfe des Seelenschmerzes keinen Fortschritt geben kann. Nach Überqueren eines Abgrundes verspürt ihr eine Schwächung der Beinmuskeln. Bei der Erweiterung des Bewusstseins überquert ihr viele unsichtbare Abgründe. Durch das Wachsen der Knotenpunkte des Bewusstseins entstehen Sprünge, und psychische Krämpfe ziehen die Nervenzentren zusammen. Wegen dieser Krämpfe sollte man sich nicht ängstigen, eine kurze Ruhe wird dieses Zusammenziehen wieder in Ordnung bringen. Das Wachsen des Bewusstseins ist schwerer zu verfolgen als das Wachsen eines Haares. Das Bewusstsein erobert und rottet aus. Der Brand überquerter Brücken enthüllt die fortschreitenden Sichtposten nicht, doch er lässt die einzige Möglichkeit zum Vorstoß offen. Es ist nicht nur wertvoll, vorwärtszustreben, sondern auch, den Schutt hinter sich zu vernichten. Gerade jetzt könnt ihr wahrnehmen, wie die meisten Menschen hätten fortschreiten können, doch sie klammern sich an jahrhundertealten Unrat. Hütet Meine beiden Zeichen – das Zeichen des Dienens und das Zeichen der Gemeinschaft. Das eine bedeutet ein Lösen vom Alten, das andere Evolution. Man kann Streben entdecken – verschließt die Tür nicht! Wenn ihr Bücher schreibt, beachtet, dass jedes vollständig und unabhängig von den anderen ist. So beachtet auch in der Tat, dass jedes Mitglied individuell den Ausdruck der ganzen Gruppe darstellen kann.