Gemeinschaft, § 183

1926 – XII – 21

Womit kann Unsere Gemeinschaft eher verglichen werden – mit einem Chor von Psalmensängern oder mit einem bewaffneten Lager? Eher mit letzterem. Man kann sich vorstellen, dass sie den Regeln einer militärischen Organisation und Führerschaft entsprechen muss. Kann man die Pfade des Fortschrittes der Gemeinschaft ohne Rückschlag und Angriff errichten? Kann man eine Festung durch Angriff einnehmen, ohne ihre Lage zu kennen? Die Bedingungen von Verteidigung und Angriff müssen abgewogen werden. Erfahrenes Wissen und strenge Wachsamkeit sind nötig. Wer die Gemeinschaft als ein Bethaus betrachtet, irrt. Wer die Gemeinschaft eine Werkstätte nennt, irrt. Wer die Gemeinschaft als ein vornehmes Laboratorium betrachtet, irrt. Die Gemeinschaft ist eine hundertäugige Wache. Die Gemeinschaft ist der Orkan des Boten. Die Gemeinschaft ist das Banner des Eroberers. In der Stunde, in der das Banner eingezogen wird, untergräbt der Feind bereits das Fundament der Türme. Wo ist denn euer Laboratorium? Wo sind eure Arbeit und Mühe? Wahrlich, eine versäumte Streife öffnet zehn Tore. Nur Wachsamkeit wird den Wall für die Gemeinschaft bilden. Sieg ist nur eine Pflicht. Verstärkung der Kräfte ist bloß eine Manifestation eines neuen Wirbels. Erkenntnis von Macht ist nur eine Prüfung. Herausforderung ist nur Leichtfertigkeit. Wie eine Meereswelle schreitet die Gemeinschaft voran. Wie das Grollen eines Erdbebens ertönt die Lehre der Unanfechtbarkeit. Lasst uns vor Sonnenaufgang in unermüdlicher Wachsamkeit vorwärtsschreiten.

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