Gemeinschaft, § 165

1926 – XII – 3

Beim Aufbau der Gemeinschaften achtet darauf, dass sich unter einer Maske der Erfüllung der Gebote kein Eigennutz verbirgt. Unheilvollem Eigennutz folgt Vernichtung der schöpferischen Errungenschaften. Man kann sagen, dass sich dieser Wurm in der Unwissenheit der Menschheit zu sehr eingenistet hat. Umso notwendiger ist es dann, die Ursache seines Keimes zu kennen. Die schädlichste Ursache wird sein, Vorrecht zu dulden. Mit aller Kraft muss dieses üble Gespenst vernichtet werden. Der Aufbau der Gemeinschaft sieht vor allem Gleichheit vor. Wenn ihr Ungleichheit in irgendeiner Form duldet, wird sofort das verheerende Vorrecht aufkommen. Ungleichheit schafft eine Wippe – der größere Aufstieg des einen bewirkt einen noch größeren des anderen. Der einzige Weg, ein Schwanken der Pfeiler zu verhindern, ist die Erhaltung der Gleichheit. Es könnten sich Zyniker finden, die sagen werden: ‘Lasst sie frei wippen, umso mehr Energie wird es im Raum geben.‘ Dieser Bemerkung mangelt es nicht an Sinn, aber gerade das gemeinsame Werk erfordert sehr viel Sorgfalt, so dass man mit den Kräften richtig haushalten muss. Das wirtschaftliche Prinzip ist Gleichheit, die Privileg und Eigennutz ausschaltet.

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