Gemeinschaft, § 163

1926 – XII – 1

Schöpferische Tätigkeit ist die Grundlage der Evolution. Wodurch kann man die Wirkungen der schöpferischen Kraft verstärken? Nur durch Fröhlichkeit. Freude ist eine besondere Weisheit, Fröhlichkeit eine besondere Technik. Die Steigerung der Lebhaftigkeit wird durch das Bewusstwerden der schöpferischen Tätigkeit der Elemente erweckt. Wahrlich, schöpferische Geduld und Fröhlichkeit sind die beiden Flügel des Arbeiters. Wir billigen das gefühlvolle Wort ‘Eingebung’ nicht ganz. Wenn das Bewusstsein arbeitet, geht es nicht zur Eingebung auf Besuch wie ein Kellerbewohner zu seinem Wohltäter, um Gunst zu erflehen! Dann wird wieder mit der Einteilung in Werk- und Feiertage begonnen, und man wird wieder anfangen, Geburtstage zu feiern. Für Unsere Gemeinschaft gibt es nur einen endlosen Feiertag – den der Arbeit, bei dem Fröhlichkeit als Wein der Freude dient. Es ist unmöglich, sich nur mit Eingebung zufriedenzugeben. Man möge es erreichen, das Bewusstsein auf einer Stufe schöpferischer Geduld zu halten und zu singen wie die Vögel, für die Gesang ein Ausdruck des Seins ist, doch soll man die Vogelscheuchen, die den Gesang vereiteln, entfernen. Die Qualität des Gesanges gleicht der Qualität der Arbeit. Es ist notwendig, fröhlich fortzuschreiten, wie in dem alten Vergleich von dem Pfeil im Fluge berichtet wird! Erscheint es nicht seltsam, dass Ich so oft über Geduld, über Hindernisse, über Tatkraft, über das endlose Ringen spreche? Gerade zu verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Seiten schmiede Ich den Panzer der Furchtlosigkeit. Denkt daran, dieses Stählen kann nicht in einer einzigen Stunde vollendet werden, das Schwert wird in verschiedenen Temperaturen gestählt. Auch Buddha bestätigte, dass man in der glücklichsten Stunde an das Unheil denken sollte, doch ohne die Freude zu trüben. Denn gestählte Freude kennt keine Furcht. Freude ist eine besondere Weisheit.

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