1926 – XI – 12
Held nennt man einen Menschen, der selbstlos handelt, doch diese Auslegung ist unvollständig. Ein Held ist, wer selbstlos, standhaft, bewusst und im Namen des Allgemeinwohls handelt; so bringt er die Strömung der kosmischen Evolution näher. Man kann im heutigen Leben Helden begegnen. Man sollte diesen Begriff nicht als unanwendbar betrachten. Wenn wir uns scheuen, einen solchen Begriff einzuführen, treten wir selbst von dem in den Bereich der Wahrheit führenden Pfad. Man sollte das Heldentum im Leben erkennen; man sollte furchtlos das Vorhandensein der Feinde erkennen; man sollte daran denken, dass das Schwert der Heldenstab ist. Das Wissen, wie das Schwert in einen Stab verwandelt wird, muss bei der Tagesarbeit einen Platz einnehmen. Wie versinken alle magischen Formeln vor dem unaufhaltsamen Sprung über den Abgrund zur lebensspendenden Sonne! Nur jene, welche die Wirklichkeit erkennen, können von der Sonne ohne oberflächliche Weinerlichkeit sprechen. Wir möchten euch standhaft siegen sehen. Jeder Sieg lehrt Zurückhaltung, doch diese Zurückhaltung bebt mit Flügen. Fürchtet euch nicht vor großen Bestimmungen, und zu einer Heldentat aufbrechend, seht vor, dass ihr Essen für morgen vorbereitet habt. Wer zur Heldentat aufbricht, muss dahin schreiten, als riefe ihn eine Arbeitsglocke. Für den Strebenden reicht die dünnste Oberfläche. Strebet!