1926 – XI – 14
Die Menschen essen keine Leichname, doch geschlachtete Tiere werden gegessen. Man muss fragen, worin der Unterschied liegt: Ist ein geschlachtetes Tier kein Leichnam? Wir geben den Rat, aus Zweckmäßigkeit kein Fleisch zu sich zu nehmen. Es versteht gewiss jeder, dass es schädlich ist, zersetzende Zellen zu essen. Doch wann beginnt diese Zersetzung? Im Augenblick der Einstellung der Lebensfunktion verliert der Körper seine schützende Ausstrahlung, und die Zersetzung setzt sofort ein. Daher ist die weltliche Meinung, dass man ja keine Leichname äse, scheinheilig. Wir empfehlen Getreide- und Milchprodukte sowie Pflanzennahrung, wobei es weniger Zersetzung gibt. Gewiss, der Lebensprozess der Pflanzen ist der gleiche wie jener der Tiere, doch man kann beobachten, dass bei Pflanzen die Zersetzung viel später einsetzt. Man verwende am besten frisches Gemüse oder in sehr starker Hitze getrocknetes. Brot ist am besten ungesäuert und ohne Fett zubereitet zu verwenden. Die in der Butter und in Pflanzenölen vorhandenen Fettstoffe reichen aus. Eure Bezeichnung ‘Vegetarismus‘ ist unpassend gewählt, sie unterstreicht eine Unterteilung dem Prinzip, aber nicht dem Wesen nach. In der Gemeinschaft muss pflanzliche Nahrung genossen werden; denn die Mitglieder der Gemeinschaft müssen nach größtmöglicher Zweckmäßigkeit streben. Auf dem Pfad wollen wir nicht wählerisch sein. Vergessen wir die Nützlichkeit des Harzes in allen seinen Formen nicht. Auf dem Pfad wollen wir daran denken, dass zwei Mahlzeiten am Tag genügen. Wir wollen nicht zu lange bei Tisch verweilen.