Gemeinschaft, § 138

1926 – XI – 1

Über das Emporheben des Feindes. Die Lehre der Gemeinschaft hat das Emporheben der Feinde sehr besorgt ins Auge gefasst. Daher sollte man die Feinde nicht mit direkten Vorschlägen belästigen. Doch persönliches Streben zu Weltaufgaben kann eine solche Spannung erreichen, dass der Feind unweigerlich in dieselbe Richtung gezogen wird. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Feind durch die Feindschaft selbst bereits mit uns verbunden ist. In dieser Bindung liegt die Schwäche des Feindes. Indem er uns hasst, beginnt der Feind, sein Wesen mit unserem Bild zu füllen. Der Feind kettet sein Bewusstsein an uns, und häufig endet er als ein einfacher Nachahmer, zu welcher Tatsache er sich natürlich niemals bekennen wird. Der Feind wird zuerst in einer äußeren Art nachahmen und dann, wenn ihn der Hass so weit getrieben hat, wird ihn die kosmische Größe der Aufgabe innerlich anlocken. Wenn wir wissen, dass der Feind an uns gebunden ist, können wir ihn als einen unvernünftigen Hausgenossen betrachten. Dringt so in das Wesen der Feinde ein, und ihr werdet einen Platz für sie finden. Sie können sehr schön die Füße für euren Arbeitstisch sein. Aus unwissender Hartnäckigkeit werden sie ihre Kräfte anspannen, um sich an euch zu klammern. Doch ihr habt nichts zu verbergen, weil ihr für die Menschheit arbeitet, folglich muss der Feind entweder ein Nachahmer werden oder untergehen. Dieser Untergang geschieht natürlich nicht durch eure Hand, sondern durch einen Funken des Weltapparates. Darum bestehe Ich auf feuriges Streben.

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