1926 – X – 23
Ein kosmogonisches indisches Märchen erzählt: ‘Vor langer Zeit lebte ein schreckliches menschenfressendes Ungeheuer. Einmal verfolgte es ein in Sicht gekommenes Opfer, und dieser Mensch tauchte, um sich zu retten, in einem See unter. Das Ungeheuer sprang ihm nach, doch der Schwimmer sprang auf seinen Rücken und hielt sich an dem ihn schützenden Kamm fest. Das Ungeheuer konnte sich nicht auf den Rücken werfen, weil sein Bauch ungeschützt war. Es sauste im rasenden Lauf umher und hoffte, dass sich der Mensch erschöpfen würde. Doch diesem kam der Gedanke, dass er in seiner verzweifelten Lage die Menschheit retten könne, und durch diesen menschheitsdienenden Gedanken wuchsen seine Kräfte ins Unermessliche. Das Ungeheuer beschleunigte indes seinen Lauf derart, dass Funken flogen und diese einen feurigen Schweif bildeten. Inmitten von Flammen erhob sich das Ungeheuer von der Erde. So hat der universelle Gedanke des Menschen sogar den Feind erhoben. Wenn die Menschen einen Kometen sehen, danken sie dem ewig strebenden Kühnen, ihre Gedanken eilen dahin und geben dem Reiter auf dem Ungeheuer neue Kräfte. Weiße, gelbe, rote und schwarze Menschen lenken ihre Gedanken zu dem, der bereits vor langen feurig wurde.‘ Strebet dem führenden Gedanken zu, der Menschheit zu helfen. Denket klar, damit ihr weder persönlich noch für eine Gruppe handelt, sondern eine absolut nützliche Tat vollbringt. Dies, von euch zeitlos und ohne Begrenzung des Raumes getan, wird zu einer Arbeit für die Vereinigung der Welten. Bewahret diesen führenden feurigen Gedanken. Wenn man täglich geführt wird, kann man das Bewusstsein des führenden Gedankens verlieren. Schwache Geister meinen, sie blieben ohne Verbindung mit einem Führenden – die Gewohnheit des Alltags macht sie gewöhnlich. Aber gerade inmitten des Alltags kann der flammende Gedanke wachsen. Wie ein Metall mit einem gewöhnlichen Hammer geschmiedet und das mit der großen Lebenssubstanz gesättigte Korn mit einer gewöhnlichen Sichel geerntet wird, so nehmt inmitten der gewöhnlichen Dinge den Faden der Erhabenheit wahr!