Gemeinschaft, § 135

1926 – X – 21

Nichts ist vollendet, nichts ist unbeweglich, darum wollen wir uns zu dem bewusst verhalten, was vorausgesehen werden kann. Wenn es Mir gelingt, notwendige Taten vorauszusehen, halte Ich dies nicht für endgültig. Einerseits kann durch euch sowie durch zahlreiche karmische Umstände das Gleichgewicht des Vorausgesehenen gestört werden, andererseits können Wir und ein neues Karma die Wechselbeziehung der Komponenten verbessern. Wahrlich, wenn etwas vereinfacht und verschönert werden kann, ist es unsere Pflicht, dies zu tun. Sich blindlings an etwas zu klammern, was vom Strom beigetragen wurde, käme einem Schiffbruch gleich. Die Bedeutung der Strömung muss begriffen werden. Die aufgezeigte Beweglichkeit ist nur eine Vorbereitung zum Erkennen des großen Stromes. Wie eine von den Kräften der Materie gespeiste, unbegrenzte Spirale strebt der ewige Strom voran. Der Gedanke kann das Licht, das dem Strom folgt, einholen. Nach den Einzelheiten des Alltagslebens sollte man sich den Manifestationen der großen Bewegung zuwenden. Man sollte emporfliegen und sich so von der Erde losreißen. Traget die Erkenntnis über den großen Strom zu eurer Werkbank und beflügelt eure Arbeit. Wie wollt ihr sonst in euer Handwerk vollendete Technik einführen? Sättigung mit dem Beben der Möglichkeiten wird der Arbeit den Rhythmus verleihen. Von jedem bewusst geoffenbarten Körnchen erhebt sich ein silberner Faden zu den fernen Welten. Der Gedanke durchdringt die Schichten der Atmosphäre und webt das Gewebe. Wie soll man erklären, dass ohne die Einheit der Welten das Leben auf der Erdkruste sinnwidrig ist?! Das Erkennen der Nichtigkeit und der Unvollkommenheit der Erde kann die Anziehung zu den fernen Welten fördern. Wir wollen nicht vergessen, dass wir Mikroorganismen sind, welche die Furchen des Planeten bevölkern. Man muss denken lernen. Keine Lektüre kann lehren, wie man denkt. Die Eigenschaft des Denkens bildet sich in der Einsamkeit – durch vernünftiges Streben. Wahrlich, der Gedanke schlägt den Lebensfunken aus der Substanz der Materie.

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