1925 – VI – 16
Der Menschheit fällt es besonders schwer, die Beziehung zwischen der Güte der Arbeit und der Unendlichkeit zu verstehen. Der Durchschnittsmensch vermutet, dass die Qualität der Arbeit begrenzt ist. Für ihn besteht die Qualität in der Vollendung, die Wir als Stillstand bezeichnen. Es ist ganz unmöglich, einem Durchschnittsmenschen klarzumachen, dass die Verbesserung der Qualität unbegrenzt ist. Besonders in der Endlosigkeit der höheren Spannung liegt eine Vermehrung des Wissens. Man muss den Mut aufbringen, für die Unendlichkeit zu arbeiten. Man kann in sich ein ständiges Lernen entwickeln, das nicht der Aufspeicherung von Tatsachen, sondern der Erweiterung des Bewusstseins dient. Es ist nicht entscheidend, auf welche Weise das Bewusstsein wächst, sondern dass seine Kapazität in der Lage ist, das Ausmaß großer Ereignisse zu erfassen. Welche Lehre führt rasch zur Erweiterung des Bewusstseins? Ganz ihrer Individualität entsprechend, muss man den Menschen den Zutritt zu dieser Wiese gewähren. Jedem sein Gras, wenn nur das innere Feuer mit der menschlichen Würde in Einklang steht. Die Schläfrigen, die Eingebildeten und jene, die aus Argwohn und Zweifel toben, werden keine Nahrung finden. Sagt den Schülern und Freunden, dass sie unaufhörlich lernen sollen, denn es gibt kein Ende. Diese einfache Aufforderung wird viele mit Schrecken erfüllen, doch Wir sind mit jenen, dies sagen: ‘In der Unendlichkeit ist Licht, und ganze Zeitalter leuchten wie Perlenketten.‘ Indem wir lernen, wachsen wir geistig!