Erleuchtung, § 354

1925 – VI – 17

Wenn ihr die Schüler zusammenruft, denkt darüber nach, womit begonnen werden soll. Der übliche Fehler besteht darin, dass man mit dem Alphabet beginnt, ohne das Wesen der einzelnen Schüler zu berücksichtigen. Unsere Regel besteht darin, neben den Anfangsgrundlagen Bruchteile höchster Erkenntnisse zu bieten. Auch soll das Lieblingsspiel Buddhas, das er mit Seinen Schülern in den Ruhepausen zu üben pflegte, nicht vergessen werden, bei dem der Lehrer ein Wort in die Runde warf, auf das die Schüler einen ganzen Gedankengang aufzubauen hatten. Es gibt keinen weiseren Test des Bewusstseinszustandes. Hier ein Beispiel: Der Lehrer sagt: ‘Tod‘, denkt dabei an den Tod der Oberflächlichkeit, und der Schüler ruft: ‘Tod der Armen.‘ Solch einfache Worte können gleich einem Wegweiser den ganzen Umriss des Geistes offenbaren. Daran kann man erkennen, welche Feuer brennen. Solch ein Fall gibt die Möglichkeit für folgende Antwort: ‘Euer Bewusstsein wünscht den Tod der Armen, deshalb ging euer Reichtum dahin.‘ Auf Grund dieses einfachen Gesetzes kann man einen Funken der Evolution der fernen Welten durchblicken lassen. Der Vergleich der Evolution der Welten mit unbedeutenden Alltäglichkeiten kann den Anstoß zur Erleuchtung geben. Am schwierigsten ist es, wenn der Schüler den Geist mittels eines Systems bilden will. Er mag eine ganze Serie von Anzeigen auf glänzendem Papier aufgeben, dabei mit dem Bleistift trommelnd dasitzen und die von ihm noch nicht verwendeten Schlagworte niederschreiben. Wir sind keine Inhaber von Beerdigungsanstalten oder von Tiergärten. Die mit Uns gehen wollen, schreiten ebenso kraftvoll und erleuchtet einher wie das unaufhaltsame Leben. Sie lieben jede Art von Erweiterung des Bewusstseins, denn das ist das wichtigste Ziel. Man kann alles verzeihen, doch der Moder des Bewusstseins ist schlimmer als die Verwesung einer Leiche.

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