Erleuchtung, § 332

1925 – V – 15

Manche Leute sagen, dass Arbeit ermüdend und auch schädlich für die Gesundheit sei. So sprechen nur träge und untätige Menschen. Ihr müsst verstehen, dass ihrem Wesen nach zweckmäßig verteilte Arbeit nicht ermüden kann. Man muss nur wissen, wie ein zweckmäßiger Wechsel der Arbeit auf die einzelnen Nervengruppen wirkt, und dann kann keine Ermüdung eintreten. Suchet nicht Erholung in Untätigkeit. Nichtstun ist nur eine Mikrobe der Trägheit. Es kann sein, dass nach einer Anstrengung Muskeln zu schmerzen beginnen, doch verfällt man in Untätigkeit, so wird man durch Verkümmerung der Muskeln erst den ganzen Schmerz spüren. Indem ihr die entgegengesetzten Zentren in Tätigkeit versetzt, könnt ihr dem Reflex der vorangegangenen Anspannung vollkommen entgehen. Allerdings bedingt dies eine Beweglichkeit, die erst durch bewusste Erfahrung entwickelt werden muss. Wenn ein Arzt zur Erholung eine Kur verschreibt, findet man auch Zeit und Möglichkeit, diese durchzuführen. So kann man auch eine vernünftige Abwechslung in der Arbeit finden. Das betrifft alle Arten von Arbeit. Schlimm ist es, in eine Unbeweglichkeit des Geistes zu geraten, welche die Tätigkeit der höheren Zentren behindert. Man muss sich merken, dass bestimmte Körperstellungen vermieden oder wenigstens oft gewechselt werden sollten. Gebückte Haltung in stehender Stellung stört das Sonnengeflecht. Das Zurückwerfen des Kopfes schadet dem Gehirnzentrum. Nach vorne ausgestreckte Hände belasten das Herzzentrum. Das Liegen auf dem Rücken hemmt das Kundalini-Zentrum, obwohl es dadurch angeregt werden kann. Klares Denken erreicht man, wenn das Licht verbessert wird. Man muss sich entweder vom Licht abkehren oder sich diesem zuwenden, und die Reaktion wird spürbar. Denket vor allem daran, dass jede Stellung ihren Vorteil hat, doch wenn sie sich in eine Wetterfahne für jeden sich erhebenden Wind verwandelt, so wird das System des Aufstieges gestört.

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