Erleuchtung, § 333

1925 – V – 16

Der Erfolg wird bei den Strebenden nicht ausbleiben. Es ist schwierig, einen Pfeil im Flug zu treffen. Schnell kommen die Termine für die Verurteilten heran, doch muss man durch erzielten Fortschritt den morgigen Tag vom gestrigen unterscheiden. Völker haben sich erhoben, Könige sind abgetreten; geschah dies etwa nur durch Zufall? Nur ein Blinder nimmt den Fortschritt der Evolution nicht wahr. Jedes junge Herz erbebt im Vorgefühl neuer Formen. In diesen Augenblicken ist jede neue Form, selbst eine unvollkommene, wertvoller als die aufpolierte alte. Um sich Sonnenträger nennen zu können, muss man die Finsternis vergessen. Wie könnte man denn die zur Sonne Strebenden nicht unterstützen? Es ist leicht, ihnen die Bedeutung von Sonnenprana zu erklären. Der Sonnenstrahl wird ihnen neue Tiefen beleuchten. Jedem Geruf’nen wird der ganze Kelch geboten. Wenn er den Boten nicht empfängt, erhält er nur einen Teil des für ihn Bestimmten. Wenn er diesen Teil nicht aufnehmen kann, wird ihm ein noch kleinerer Teil gegeben. So bestimmt jeder seinen eigenen Anteil. Denen, die nur einen Teil des Teiles gewählt haben, muss gesagt werden: ‘Ihr Selbstverkleinerer habt euch durch den Hang zum Leichtsinn selbst aus dem Garten vertrieben! Spüret, wie leicht es gewesen wäre, den Boten des Kelches zu empfangen. Zusammen mit ihm hättet ihr einen kleinen Baum der großen Freiheit pflanzen können. Wie schwer ist es nun, in die Augen der Vorübergehenden zu blicken und den zu suchen, der bei euch anklopfte. Was heute leicht ist, kann morgen bereits unerreichbar sein. Rüstet euch daher mit größter Wachsamkeit.‘ Man kann einen Befehl wiederholen, doch denen, die nicht seh’n wollen, darf man die Augen nicht mit Gewalt öffnen. Lasst die Schläfer schlafen! Kann man denn bei furchtbaren Blitzen am Himmel und bei großen Erdbeben schlafen?

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