1925 – V – 13
Die zwei Hauptmerkmale der Echtheit einer Hellen Lehre sind folgende: Erstens, dass ihre Zielsetzung dem Allgemeinwohl der Menschheit dient; zweitens, dass sie alle vorangegangenen Lehrer anerkennt, die dem erstgenannten Merkmal entsprechen. Es ist beachtenswert, dass die ursprünglichen Formen der Lehren keine verneinenden Forderungen enthalten, abergläubische Anhänger beginnen jedoch die Gebote durch Verneinungen zu schützen, anstatt den Segen zu bewahren. So ergab sich allzeit die unheilvolle Behauptung: ‘Unser Glaube ist der beste‘ oder ‘Wir sind wahre Gläubige, alle anderen sind Ungläubige.‘ Von hier ist nur ein Schritt zu den Kreuzzügen, zur Inquisition und zum Meer von Blut im Namen Derer, die den Mord verurteilen. Es gibt nichts Schädlicheres als das Aufzwingen eines Glaubens. Wer mit Uns gehen will, muss vor allem jede negative Einstellung meiden und ein erneuertes Leben, frei von jedem Zwang, führen. Die Menschen werden von Schönheit und leuchtendem Wissen angezogen. Nur eine von Hoffnung erfüllte, das Leben verschönernde und Taten offenbarende Lehre wird wirklich zur Evolution beitragen. Das Leben ist kein Markt, wo der Eintritt in das Himmelreich mit Vorteilen erkauft werden kann. Das Leben ist kein Grab, wo man vor dem Urteil eines unbekannten Richters zittert! Die Gelehrten haben einen, ihrer Meinung nach, geistreichen Trost angeboten: ‘Der Mensch beginnt vom Augenblick der Geburt an zu sterben.‘ Ein spärlicher und trauriger Trost. Wir aber sagen, dass der Mensch ewig geboren wird, besonders im Augenblick des sogenannten Todes. Die Diener verfälschter Religionen spornen ihre Gläubigen zum Ankauf von Plätzen auf dem Friedhof an, wo sie bei rechtzeitiger Vorsorge vorteilhafter und ehrenvoller liegen werden als andere, die ärmer und daher läng’rer Gebete unwürdig sind. Der Weihrauch für diese Armen wird nicht echt sein, und die Sänger werden beim Begräbnis sehr schlecht singen. Fragt diese Leute, welche echte Lehre einen solchen Unsinn vorschreibt?! Wir haben wahrhaft genug Gräber, Friedhöfe und Einschüchterungen! Man soll wissen, wie sorgfältig die LEHRER auf den Übergang zu künftigen Offenbarungen achteten; am wenigsten sorgten sie sich um einen Platz auf dem Friedhof. Die Einstellung zum Tod ist für das Wesen einer Lehre sehr wichtig; in ihr ist das Verständnis für die Wiedergeburt enthalten. Wenn ihr mit einem anderen Aufbau des Weltalls aufwarten könnt, so werden Wir für euch den Lehrstuhl eines Professors in Unserem Seminar bereithalten und versprechen außerdem, euch erster Klasse zu bestatten, denn ihr hattet ja vor, in den Augen von Gebildeten würdig zu sterben und begraben zu werden. Leset aufmerksam die veröffentlichten Schriften euch bekannter LEHRER, und ihr werdet erstaunt sein, wie einmütig sie zu allen Zeiten über das Gesetz der Wiedergeburt sprachen. Der Weg des Lichts wird offenkundig, wenn ihr es wagt ohne Vorurteile wissenschaftlich zu seh’n. Die Mutigen sind mit Uns – Freude den Kühnen!