Bruderschaft II, § 94

Urusvati weiß sehr gut, dass es überaus schwierig ist, die Ströme des freien menschlichen Willens in Übereinstimmung zu bringen. Es hat bisher kein Kataklysma die Aufmerksamkeit der Menschheit auf den Tatbestand lenken können, durch den es geschaffen wurde. Lasst uns daran erinnern, dass zu Zeiten vergangener großer Kataklysmen die Überlebenden sich keine Mühe gaben, über die Ursachen des Geschehens nachzudenken. Sie hielten sich für unschuldige Opfer irgendeines grausamen Schicksals. Sie verbesserten ihr Bewusstsein nicht, und statt eine Läuterung einzuleiten, begannen sie in ihrem Wahnsinnswillen neue Schlachten. Die Willensströme geraten sehr schnell in Konflikt miteinander, und eine undisziplinierte Denkweise erfüllt den Raum mit überaus zerstörerischen Explosionen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Unwissenden erneut sagen, dass Wir drohen und einschüchtern wollten. Doch mögen sie sich den Tafeln der Geschichte zuwenden. Mögen sie die Katastrophen der Menschheit genau studieren. Nicht vom Himmel sind diese Katastrophen ausgegangen, sondern von den menschlichen Horden. Die Menschen verfolgen ausgerechnet ihre Retter, was man mit einem Musikanten vergleichen kann, der alle Saiten noch kurz vor dem Auftritt zerreißt. Es wird unausweichlich sein, dass Wir der Grausamkeit bezichtigt werden, wenn Wir an die naturgesetzmäßigen Folgeerscheinungen von Unwissenheit und Wahnsinn erinnern. Es fehlen die irdischen Worte, um die Menschen nachdrücklich genug davor zu warnen, sich ins Verderben zu stürzen, den ganzen Planeten zugrundezurichten und den Raum zu beschmutzen. Eine über Jahrhunderte hinweg angesammelte Geduld ist erforderlich, der Menschheit Rettung zu bringen und dabei zu wissen, wie sehr sie abgelehnt und gekreuzigt werden wird. An jedem Tag und zu jeder Stunde beschimpft man Uns irgendwo und weist die helfende Hand zurück. Man kann sich vorstellen, welche Ströme eines von Wahnsinn bestimmten Willens jegliche, auf das Wohl gerichtete Bewegung zugrundezurichten suchen! Warum über ferne Hierophanten des Bösen nachdenken, wenn die Menschen, während sie angeblich das Böse bekämpfen, es selbst bis zum Äußersten vermehren. So ist die Lage der Erde. Die undankbaren Söhne der Erde eilen, den Zeitpunkt der Katastrophe näher heranzurücken, und jede Warnung wird als eine Beleidigung aufgefasst. Auf diese Weise hat die Welt die Wahrheit von Golgatha vorgezeichnet. So muss man auch diese Seite Unseres inneren Lebens kennen. Nehmt sie zur Kenntnis und arbeitet daran, Verständnis für die Wirklichkeit zu offenbaren.

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