Bruderschaft II, § 95

Urusvati kennt irdische Stickigkeit. So bezeichnen Wir einen Zustand der Atmosphäre, wenn, unter der Anspannung unterirdischen Feuers und der Einwirkung menschlichen Wahnsinns, schwere räumliche Ströme eine unerträgliche Niedergeschlagenheit schaffen. Wir kennen solche Perioden. Die Menschen suchen eine solche Lage mit Sonnenflecken zu erklären, mit dem Vorüberziehen von Kometen; doch derartige äußere Bedingungen können keine derart unerträglich schweren Druckverhältnisse schaffen. Selbst das unterirdische Feuer ist nicht imstande, ohne Mitwirkung des Menschen den ganzen Planeten so weitgehend zu umzingeln. Die Menschen spüren Niedergeschlagenheit, nervöse Unbeherrschtheit beherrscht sie, doch sie erkennen die Ursache nicht. Viele verweisen auf Massenepidemien, auf neue Krankheitsformen, sehen jedoch den Hauptgrund – ihr eigenes Verhalten – nicht. So entwickelt sich die irdische Stickigkeit. Feinfühlige Herzen erfahren sie in besonders schwerer Weise. Sogar physische Schwüle und eine Niedergeschlagenheit des Herzens machen sich bemerkbar. Man muss hier zu einer besonderen Behutsamkeit im Umgang mit dem Herzen raten. Eines lässt sich zum Trost sagen: dass nämlich solche überaus belastenden Druckverhältnisse nicht lange anhalten werden. Sie können sich unter Zustrom von Prana auflösen, sie können aber auch ein Kataklysma auslösen. Doch mitunter ist sogar ein Kataklysma besser als diese leichenartige Stickigkeit. Wir kennen diese Stickigkeit.

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