Bruderschaft II, § 939

Urusvati unterscheidet wahrhaft Bestrebte von Heuchlern. Oftmals bekommt man die Forderung nach etwas Neuem zu hören. Zuallererst mag man sich über solch eine Forderung freuen, doch dann erweist sich, dass solche leidenschaftlichen Forderungen gerade von Menschen ausgehen, die die Grundlagen nicht kennen. Sie sind nicht zum Studium bestrebt und meinen, man könne eigenwillig zu etwas Neuem übergehen. Sie verstehen die Aufeinanderfolge der Erkenntnisschritte nicht. Glaubt nicht, solche Unwissenheit trete nur im irdischen Leben in Erscheinung. Genau dasselbe vollzieht sich auch in der Überirdischen Welt. Einige dortige Bewohner meinen, man könne mehrere Stufen überspringen und etwas unerhört Neues erhaschen. Sie legen sich sogar keine Rechenschaft darüber ab, wohin ihre Sprünge führen können. Die Folgen sind betrüblich. Es kommt nichts Nützliches heraus, sondern im Gegenteil eine Verlangsamung, die in karmischer Hinsicht schädlich ist. In trauriger Weise tritt zutage, wie sehr solche Bewohner der Überirdischen Welt dem Studium der Grundlagen auszuweichen versuchen. Selbst wenn sie einmal flüchtig in die Schriften blicken, erkennen sie den Sinn der Lehre nicht. Es gibt viele kleine Heuchler, die sich als eingeweiht vorstellen, nur um etwas Neues, dem Nachbarn Unbekanntes, zu erfahren. Sie sind unfähig, das Studium lieben zu lernen! Der Denker warnte oft: ‘Was wollt ihr mit Neuem, wenn ihr die Grundlagen noch nicht einmal kennt? Die Blätter sind nur dann frisch, wenn die Wurzeln kräftig sind.’

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