Bruderschaft II, § 932

Urusvati hat die Überirdische Welt seit jeher zu sich gezogen. Durch welche Anziehungskraft wird solche Annäherung erreicht? Bitten und Aufforderungen helfen nicht, ebensowenig Tränen und Lobgesänge, wenn das Herz verschlossen ist. Ein alter Psalm bringt es weise zum Ausdruck: ‘Offen ist mein Herz’ – wer dieses sagte, kannte den Hauptmagneten. So stellt das offene Herz den Sieg über die irdischen Begrenzungen dar. Dazu werden manche sagen: ‘Es ist schon zu spät, mein Herz neu zu beleben.’ Mit solcher Bemerkung offenbaren sie ihre ganze Unwissenheit. Sie verstehen nicht, dass sie das Wort ‘zu spät’ aus ihrem Wörterbuch streichen müssen. Wenn das Leben unbegrenzt und von ununterbrochener Dauer ist, wird es, für welche Errungenschaft auch immer, niemals zu spät sein. Oft können die Menschen sich nicht vorstellen, dass sich der Erkenntnisprozess in der Überirdischen Welt fortsetzt. Nur unwissende Menschen suchen einer Unterrichtung in Ethik auszuweichen. Man kann solche Faulenzer bedauern, doch rechtfertigen darf man sie nicht. Mögen sie erkennen, womit sie ihr Bewusstsein beschmutzen. Nur ein ausgesprochener Unmensch weigert sich, über seine Zukunft nachzudenken. Der Denker sprach: ‘Eilt, euer Herz zu öffnen.’

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