Bruderschaft II, § 917

Urusvati hat sich den Hohen Rhythmus angeeignet. Ein Yogi weiß, wie schwierig es ist, die Zentren zu harmonisieren, wenn das Chaos um ihn herum tobt. Es ist eine große Selbstvertiefung erforderlich, um die Schwingungen hoher Klänge zu erkennen. Dabei können selbst diejenigen, die wohlwollend sind, Sorgen bereiten. Es lassen sich zwei Extreme hervorheben: Auf der einen Seite steht der Mensch, der begonnen hat, Überirdische Botschaften zu erhalten, sie jedoch als leere Erscheinungen erachtet und ihnen daher keine Bedeutung beimisst, anstatt sie aufmerksam zu erforschen. Auf der anderen Seite steht der Leichtgläubige, der bereits jedes psychische Aufflammen für eine Errungenschaft und für Erleuchtung hält. Diese extremen Denkungsarten lassen sich unmöglich vereinen. Man darf zu ihnen nicht in ein und derselben Sprache, nicht mit denselben Worten reden. Man muss hingegen mit jedem gesondert über seine Irrtümer sprechen, doch muss man darauf vorbereitet sein, dass beide gekränkt sind und statt eines Nutzens Schaden entsteht. Besser sind vorsichtige Andeutungen, möge das Leben selbst den Irrenden Einhalt gebieten. Jeder von ihnen hat wenigstens einen schwachen Begriff von der Überirdischen Welt. Mit der Zeit werden solche Erkenntnisse immer klarer, und einmal wird der Tag kommen, da man von Herz zu Herz miteinander sprechen können wird. Der Denker sprach: ‘Freund, wozu dient dir die Vervollkommnung, wenn du nicht spürst, was das Gemeinwohl ist?’

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