Bruderschaft II, § 916

Urusvati bestätigt den Hohen Weg. Über das Höchste darf man unmöglich auf dem Marktplatz schreien. Überall jedoch ist es nützlich, wegweisende Meilensteine aufzuzeigen, einmal auf wissenschaftliche Weise, einmal in erzählerischer Form, einmal auf strenge und einmal auf schöne Weise, für jeden seinem Bewusstsein entsprechend, für jeden seinem Verständnisvermögen entsprechend. So wirft man einem Yogi nicht selten vor, über ein und dieselbe Wahrheit in verschiedener Weise zu sprechen. Die Unwissenden können jedoch nicht verstehen, dass ein Yogi über verschiedene Aspekte und zu verschiedenen Menschen spricht. Man muss die Geduld eines Yogis hochschätzen, wenn er Samenkörner des Guten ausstreut, ohne an eine Ernte zu denken. Das Karma selbst bestimmt eine solche Ernte voraus. Nichts jedoch geht im Raume verloren. Ein Samenkorn, das unter irdischen Bedingungen nicht keimt, wird es in der Überirdischen Welt tun. Umso notwendiger ist es, die lebendige Realität der Überirdischen Welt zu begreifen. Es ist schwer, sich einen Nutzen des Guten für einen leeren Raum vorzustellen. Wer jedoch von der dichten Belebtheit der Unbegrenztheit weiß, dem wird leicht vorstellbar, wie notwendig gute Gedanken sind. Schneller als in das Haus des Nachbarn dringt der Gedanke in den unermesslichen Raum vor und findet durch den Magneten der Anziehung seine Anwendung. Man muss nur den Hohen Weg lieben. Der Denker sprach: ‘Ein fürsorglicher Arzt ist in der Lage, den Keimen einer Krankheit vorzubeugen.’

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