Urusvati kennt das Wesen der Selbsterniedrigung. Ein Yogi verfällt dem Selbstbetrug nicht. Neulinge werden fragen: ‘Wo aber ist die Grenze, wo die Grundlage und wo die richtige Entscheidung? Was hilft einem Yogi, die Wirklichkeit zu erkennen und nicht in Trugbildern der Einbildung zu versinken?’ – Ihr wisst bereits, was die Wissenschaft als Intuition bezeichnet. Die Wissenschaft widmet ihr große Aufmerksamkeit und leugnet nicht, dass der Mensch in der Lage ist, in einer gewissen nervlichen Erregung eine richtige Entscheidung zu treffen. Stellen wir uns nun einen Yogi vor, der seine nervliche Wahrnehmungsfähigkeit vertieft und sein Erkenntnisstreben zur Überirdischen Welt entwickelt hat. Er wird keine auf den Verstand gegründeten Vorstellungen hegen, sondern der Stimme des Herzens lauschen, denn diese Antenne empfängt die Wellen unmittelbarer Mitteilungen. Die Festung eines Yogis liegt nicht im Gehirn, sondern im Herzen. Die Wissenschaft hat die Bedeutung des Herzens bisher nicht einzuschätzen vermocht. Im Altertum ist nicht nur einmal auf die Macht des Herzens hingewiesen worden, doch der Verstand behauptete die Vorrangstellung des Gehirns und erschwerte damit alle folgenden Bestrebungen. Noch vor nicht allzu langer Zeit hielt man das Herz für eine nahezu magische Erscheinung, und die Vertreter einer enggefassten Wissenschaft wichen einer Beurteilung des Herzens aus, um nicht als Träumer zu gelten. Aus den verbannten wertvollen Begriffen könnte ein ganzes Wörterbuch zusammengestellt werden. Wir wünschen den Gelehrten, dass sie frei sein mögen. Der Denker sprach: ‘Was kann kälter sein als ein erloschener Herd? Was kann lebloser sein als ein verstummtes Herz?’