Bruderschaft II, § 911

Urusvati kennt das Wesen der Selbsterniedrigung. Selbstherrlichkeit erniedrigt den Menschen. Selbstherrlichkeit ist ein Zeichen von Begrenztheit. Ein in Selbstherrlichkeit versunkener Mensch ist bereits dem Verfall nahe. Ein Yogi hütet sich vor Selbstherrlichkeit. Er nennt sich selbst einen Diener des Guten. Ein Yogi schöpft dieses Bewusstsein aus der Erkenntnis der Überirdischen Welt. Ein Yogi verehrt die Hierarchie. Er weiß, dass über ihm viele Hierarchien stehen. Doch den meisten Menschen bedeutet das Verstehen der Hierarchie eine schier unüberwindliche Stufe. Die Menschen lieben solche Unterordnung nicht. Sie sind selbstherrlich und denken in ihrer Selbstsucht nicht an die Unbegrenztheit. Sie wollen die herrliche Unbegrenztheit nicht lieben, und auf diesem Wege können sie auch die Hierarchie nicht lieben. Sie wissen nicht, dass man ohne Liebe sehr leicht den Weg der Errungenschaften verlieren kann. Wer die Hierarchie fürchtet, der fürchtet auch die Überirdische Welt. Jedoch ist Angst ein schlechter Führer. Selbstherrlichkeit ist Schein und bewahrt keineswegs vor Angst. Wahrhaftig, Selbstherrlichkeit ist die ewige Krankheit der Angst. Doch ein Yogi, als Diener des Guten, der den Lehrer erkannt hat, erweist sich als stärker denn ein selbstherrlicher Tyrann. Der Denker sprach: ‘Freunde, vor euch liegt eine wunderbare Stufe des Aufstiegs.’

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