Bruderschaft II, § 910

Urusvati kennt das Wesen der Selbsterniedrigung. Einem Yogi sind Selbsttäuschung und Selbstgefälligkeit nicht eigen. Einem beflügelten Boten gleich strebt ein Yogi in die Zukunft. Wie ein fürsorglicher Arzt sieht ein Yogi die Entstehung psychischer Leiden voraus und eilt, ihnen auf gedanklichem Wege rechtzeitig vorzubeugen. Woher rührt ein solches unaufhaltsames Streben in die Zukunft? Natürlich aus der klaren Erkenntnis der Überirdischen Welt. Ein Yogi weiß, dass die Dauer des irdischen Lebens nur einen geringen Teil der Überirdischen Existenz darstellt. Ein Yogi hat erkannt, wie nahe und einfach der Übergang in die Überirdische Welt ist. Er vollzieht ihn um der Zukunft willen und lehrt die Menschen, die Unbegrenztheit zu erkennen. Gewöhnlich fürchten die Menschen den Begriff der Unbegrenztheit. Sie ziehen es vor, sich in einem nichtig geführten Alltagsleben auf ein düsteres Dasein im feinstofflichen Körper vorzubereiten. So lehnen sie die Kraft des Gedankens ab und verlieren damit ihre mächtigste Waffe. Sie streben hingegen zur Selbsttäuschung, wobei sie vergessen, dass die Wahrheit die Zierde des Denkenden ist. Der Denker sprach zu Seinen Schülern: ‘Seid nicht bekümmert, wenn ein von euch gesandter Gedanke seine Bestimmung nicht erreicht. Vielleicht wird er, an einen anderen Ort gezogen, dort Nutzen bringen. Gute Gedanken sind überall notwendig.’

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