Bruderschaft II, § 907

Urusvati kennt das Wesen der Selbsterniedrigung. Grausamkeit erniedrigt den Menschen. Grausamkeit schmiedet ein grausames Karma. Ein Yogi wird nicht grausam sein, da er mit der Überirdischen Welt in Berührung steht. Er weiß, in welch finsteren Schichten die grausamen Menschen wohnen. Er weiß, wie schwer es diesen Bewohnern fällt, sich zu erheben. Er weiß, dass Grausamkeit selbst im irdischen Leben keinen Nutzen bringt. Ein Yogi offenbart höchste Anspannung des Guten, um die menschliche Grausamkeit mit Barmherzigkeit zu überdecken. Ein Yogi weiß, dass ein großer Teil der verübten Grausamkeiten aus Unwissenheit entsteht. Doch versteht der Unwissende deren Folgen nicht. Einen Unwissenden muss man umerziehen, doch die Dauer einer solchen Umerziehung ist lang. Der Unwissende versteht nicht, dass es nicht nur körperliche, sondern auch psychische Grausamkeit geben kann. Die letztere kann besonders widerwärtig sein. Wie aber könnt ihr von psychischer Grausamkeit sprechen, wenn die Zweibeiner den Geist grundsätzlich nicht anerkennen? So wird der Kampf gegen die Grausamkeit eine wahre Heldentat sein. Der Denker mahnte: ‘Grausamkeit schafft ein grausames Karma.’

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