Urusvati weiß, welches das Wesen der Selbstbefreiung ist. Mit Zwang kann man sich nicht befreien. Der Arzt kann dem Kranken einige seiner Gewohnheiten verbieten, doch sobald die Gefahr vorüber ist, wird der Mensch wieder zu seinen alten Gewohnheiten zurückkehren. Furcht, Gereiztheit, Lüge, Neid, Verleumdung und alle übrigen Feinde des Menschen müssen ausgemerzt werden, doch ohne den freien Willen kann man sie unmöglich überwinden. Mitunter sagt man, die Laster müssten ausgelebt werden, doch die Menschen suchen diesen Übergangszustand auszudehnen und damit geradezu eine Rechtfertigung ihrer Saumseligkeit zu finden. Es ist daher besser, den Begriff des Auslebens durch den Befehl zur Selbstbefreiung zu ersetzen. Wahrlich, ein starker Wille vermag die schlechten Gewohnheiten wie mit einem Schwert abzuschlagen. Besonders leicht wird es dem Menschen sein, sich von diesen Feinden zu befreien, wenn er die Überirdische Welt erkannt hat. Nur in der klaren Erkenntnis der Fortdauer der Lebenskette vermag der Mensch alle unnützen Gedanken streng von sich zu weisen. Angesichts der unausweichlich kommenden Zukunft wird er seinen Willen anspannen und unverzüglich mit der Selbstbefreiung beginnen. Beim Übergang in die Überirdische Welt wird der Mensch es schätzen, sich von düsterer Last befreit zu haben, die doch nur seinen Flug behindert. Man muss sich tatsächlich fragen, weshalb man sich mit kleinen Hüpfern abquälen soll, wenn man doch herrlich emporfliegen kann. Weshalb zurückbleiben, wenn man doch erfolgreich voranschreiten kann? Der Denker riet: ‘Lernt das herrliche Gefühl der Selbstbefreiung lieben!’