Bruderschaft II, § 864

Urusvati weiß, welches das Wesen des Mitgefühls ist. Maitreya, der Herrscher des Mitgefühls, hat die Zukunft mit diesem allmenschlichen Gefühl geprägt. Die Verwirrung der Welt ist groß! Viele Ärzte sind erforderlich, um die Menschheit zu heilen. Gemeinsam mit den körperlichen Epidemien nehmen psychische Epidemien zu. Das Mitgefühl vermag die Ärzte für den unaufschiebbaren Kampf zu rüsten. Neben dem Mitgefühl gibt es einige verwandte Gefühle, doch ist das Mitgefühl dasjenige unter ihnen, welches völlig frei von Egoismus ist. Selbst das Bedauern kann von Hochmut geprägt sein; selbst Barmherzigkeit braucht nicht ganz frei von Selbstsucht zu sein, doch Mitgefühl geht zum Kranken und nimmt die ganze Schwere des Schmerzes auf sich. Es erforscht die Ursache des Schmerzes und vermittelt psychische Energie, die eine aus dem Gleichgewicht geratene psychische Verfassung wieder der Gesundung zuführt. Natürlich muss man die psychischen Seuchen in ihrer breiten Bedeutung verstehen. Die Menschen geraten in Verwirrung und machen sich in diesem Zustand selber hilflos. Vieler guter Kräfte bedarf es, um zu helfen, ohne zu kränken und Hoffnung in einfachsten, verständlichen Worten zu erwecken. Der Kranke ist in der Regel ein Egoist, und man darf ihm nicht zu verstehen geben, man habe seine Untugend erkannt. Wahrlich, Mitgefühl ist das sanfteste, verständnisvollste Gefühl. Vergessen wir nicht, wie hilfreich feine Gefühle in der Überirdischen Welt sind. Sie offenbaren den Magneten des Herzens, und in dieser Macht ist der Mensch unbesiegbar. Der Denker bestätigte: ‘Mitgefühl ist der Siegeskranz der Zukunft.’

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