Bruderschaft II, § 86

Urusvati kennt die Bedeutung großer Anspannung. Wir sagen: Wendet euch Uns zu. Man muss jedoch darüber nachdenken, wie man sich Uns zuwenden soll. Es kann gesagt werden: Mit ganzem Denken und ganzem Herzen! Es ist leicht, dies zu sagen, schwer jedoch, es zu tun. Sich mit ganzem Herzen zuzuwenden bedeutet, liebzugewinnen. Wo aufrichtige Liebe herrscht, ist kein Platz für Zweifel. Sogar wenn etwas unklar ist, wird der Liebende keinen Tadel äußern. Wo Tadel aufkommen konnte, herrschte keine volle Liebe. In Tagen großer Erschütterungen kann es keine halben Maßnahmen des Gefühls geben. Man muss so einmütig vereint sein, dass es nicht den kleinsten Riss gibt. Feindliche Kräfte nisten gern in solchen Rissen. Das Gift zersetzt die eingerissenen Schichten. Unsere Waffe liegt in der uneingeschränkten Liebe. Mögen alle Unsere Freunde diese sichere Rüstung anlegen. Man darf sich nicht damit trösten, dass ein kleiner Splitter nicht gefährlich sei; sogar der kleinste kann unheilvolle Geschwüre verursachen. In Unserem angespannten Leben sind Risse mangelnden Vertrauens sehr empfindlich spürbar. Besonders oft raten Wir dazu, die Gesundheit zu wahren. Lassen Wir es etwa zu, dass Unsere Mitarbeiter unbedacht sind? Wahrhaftig nicht, Wir sehen die Angriffe der Finsteren voraus. Sie bemühen sich besonders eifrig, das Leben der hellen Arbeiter zu verkürzen. Sie nutzen jede Schwächung des Organismus aus, um an der schwachen Stelle anzugreifen. Man darf den Gedanken, dass Unsere Hilfe erschüttert werden könnte, nicht zulassen. Jeder schwankende Schritt kann den Fuß verrenken. Wir können nur beschützen, wenn die Menschen selbst Uns die Möglichkeit dazu geben. Nicht selten trennt unwürdiges Denken die Verbindung. Oft senden die Menschen sehr schädliche Gedanken aus, ohne es zu bemerken. Doch in den Stunden großer Erschütterungen muss man sich mit ganzem Herzen dem Lehrer zuwenden können und wissen, dass Er keinen Augenblick versäumen wird zu helfen. Vertrauen ist unanfechtbares Wissen. Erachtet das Bezeigen von Vertrauen als Mittel zum Fortschreiten. Gewöhnlich entsteht Misstrauen aus einer unzureichenden Vorstellung von Unseren Arbeiten. Man muss jeden Zustand mit den Weltverhältnissen vergleichen. Ebenso muss man erkennen, wie viele menschliche Fehler eine Hilfe erschweren. Die Menschen vernichten die besten Möglichkeiten. Wir weisen auf die Unabdingbarkeit der Einigkeit hin, aber noch nicht einmal drei Menschen können diese Forderung erfüllen. Wenn sie sich doch wenigstens angesichts der Gefahr um Einigkeit bemühten, wenn schon nicht aus dem Herzen heraus, so doch zumindest aus vernünftiger Einsicht. So muss man in den Tagen großer Erschütterungen denken.

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