Bruderschaft II, § 852

Urusvati weiß, welches das Wesen des Glaubens ist. Man spricht von blindem Glauben, doch bekräftigen Wir einen sehenden Glauben. Glaube ist Wissen, doch auch das Wissen teilt sich in Verstandeswissen und Herzenswissen. Es fällt den Menschen nicht leicht zu unterscheiden, wo die Grenze zwischen beiden Wissensarten liegt, doch sollten sie verstehen, dass Herzenswissen sehr schwer zu erlangen ist, wenn man keine überirdischen Aufspeicherungen angesammelt hat. Wahrlich, in der Überirdischen Welt kann man unmöglich voranschreiten, wenn der feurige Magnet des Herzens nicht entflammt ist. Man muss sich klar machen, wie sehr die Entwicklung dieses Magneten in der Überirdischen Welt gefördert werden kann, wenn er im irdischen Leben erstrahlen soll. Die Menschen haben sich viele Methoden erdacht, um diesen Magneten auf künstlichem Wege zu entzünden. Andere meinen, nur geistige Entwicklung fördere die Entwicklung des Magneten, und diese sind dem Ziel auch näher. Körperbewegungen vermögen keine Geistigkeit zu schaffen. Allein geistige Übung zeitigt hochstehendes Herzenswissen. Wie aber soll man den Menschen erklären, dass jeder Tag und jede Stunde für diese überirdische Errungenschaft wichtig sind? Der Verstand stört das Herz bei seinem Tun und trägt kostbare Erkenntnisse hinweg. Der Denker sprach: ‘Wissen, das in aller Kürze zum Ausdruck kommt, ist Glaube.’

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