Bruderschaft II, § 849

Urusvati weiß, welches das Wesen der Begeisterung ist. Der herrliche Begriff der Begeisterung weist auf eine Verbindung der Höheren Welt mit den Kräften des Geistes hin. Wer Geist und Seele verneint, sollte das Wort Begeisterung nicht verwenden, und dennoch wird es mit Vorliebe im Munde geführt, ohne dass man seine Bedeutung versteht. Die Verneiner bedienen sich der Gedanken und der Worte, mit denen der überirdische Raum angefüllt ist, und lassen dennoch die Existenz unsichtbaren Lebens und unsichtbarer Einflussnahme nicht zu. Es ist daher nicht erstaunlich, dass es notwendig wird, von Begriffen zu sprechen, die der alten Welt bekannt waren, hernach aber völlig entstellt wurden. Die Menschen der alten Welt schufen viele Worte von hoher Bedeutung. Sie wussten bereits, weshalb diese Worte der Menschheit nötig sein würden, doch die Jahrhunderte fegten die Bedeutung hoher Begriffe hinweg. Das menschliche Denken wandte sich dem gewöhnlichen Alltag und einer Scheinentwicklung des Lebens zu. Die Unwissenheit kroch von unerwarteten Seiten hervor. Statt den Gesichtskreis zu erweitern, engte die Wissenschaft ihn bis zu unwissender Verneinung ein. Man sollte meinen, dass Gelehrte forschen sollten, nicht aber sich mit Verneinung beschäftigen. Es sollte Begeisterung in das Bewusstsein des Gelehrten herabsteigen, und er sollte die ganze Bedeutung dieses Begriffes schätzen. Stattdessen hat er die Führung durch Überirdische Kräfte herabgewürdigt und sich dadurch seiner eigenen Kraft beraubt. Es ist hinreichend über das bewusste Schaffen gesprochen worden, bei dem der Mensch hellsichtig und hellhörig wird. Doch für eine solche Errungenschaft muss der Mensch vor allem klar erkennen, über welche Macht er selbst verfügt und welche Möglichkeit der Zusammenarbeit ihm Hilfe gibt. Dann wird er das Recht haben, Begeisterung zu bekunden. Der Denker riet, selbst im gewöhnlichen Alltagsleben die Begeisterung nicht zu vergessen.

‹ § 848 · Inhaltsverzeichnis · § 850 ›