Bruderschaft II, § 840

Urusvati weiß von der Wirkung der Tapferkeit. Ein verwegener Draufgänger kann angesichts widriger Schwingungen in Furcht verfallen, ein tapferer Held jedoch ist furchtlos. Tapferkeit ist nicht allein eine irdische Errungenschaft. Tapferkeit wird in der Überirdischen Welt entwickelt. Der Wanderer, der den Pfad der Tapferkeit beschreiten möchte, empfängt Höhere Hilfe. Es werden ihm zwar viele Schrecken gezeigt werden, doch wird er wissen, dass sein Wesen unzerstörbar ist und auch das Erschreckendste seinen Rhythmus nicht stören wird. Mit dieser sicheren Rüstung tritt der Held in das irdische Leben. Er vermag zu bestätigen, eine große Begabung empfangen zu haben. Ich höre, dass ein Griesgram flüstert: ‘Was ist denn daran neu? Weiß der Mensch etwa nicht von den Vorzügen der Tapferkeit?’ Gewiss weiß er es nicht, und unser Griesgram versucht ebensowenig, diese wertvolle Eigenschaft in sich zu entwickeln. Unzweifelhaft kann man in jeder Lebenslage beharrlich in sich die Eigenschaft der Tapferkeit entwickeln und sich in solcher Anspannung vergessener Aufspeicherungen erinnern. Bekundete Tapferkeit ist immer schön, und auch dies weiß unser Griesgram nicht, da er gar nicht zum Schönen strebt. Für ihn ist die Heldentat ein leeres Wort. Er versteht nicht, weshalb sich ein Held nicht vor einem nichtigen Lebensalltag zu verbeugen vermag. Der Griesgram weiß den wahren Nutzen der Tapferkeit nicht zu schätzen. Doch selbst bei seinen Marktaktivitäten wäre ihm ein Quäntchen Tapferkeit nützlich. Der Griesgram jedoch zieht es vor, lieber im Staub der Furchtsamkeit dahinzuvegetieren, als in einer Heldentat zu entflammen. Kann Heldentat doch auch im bescheidensten Lebensalltag bekundet werden! Der Mensch versteht nicht, dass Tapferkeit der kürzeste Weg ist. Der Denker gebot, in Tapferkeit gehüllt in die Überirdische Welt zu gehen.

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