Bruderschaft II, § 837

Urusvati weiß von der Begabung geteilten Aufmerksamkeit. Eine beharrliche Anspannung des Willens kann die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf verschiedene Gegenstände richten. Glaubt nicht, dass die Teilbarkeit der Aufmerksamkeit nur einigen Genies eigen sei. Jeder Mensch ist in der Lage, im Laufe verschiedener Existenzen in sich die Fähigkeit zu entwickeln, die Umgebung sehr scharf wahrzunehmen und auf verschiedene Fragen zu antworten. Man kann gleichzeitig mehreren Personen schreiben. Man kann Gedanken an alle Enden der Welt senden. Und deshalb wird diese Eigenschaft als Vorhof zur Teilbarkeit des Geistes bezeichnet. Unerlässlich ist es jedoch, die Bekundung der Aufmerksamkeit bereits in der Schule zu entwickeln. Sie ist für die Überirdische Welt notwendig, da der Wanderer anderenfalls in der Vielfalt neuer Eindrücke versinkt und dadurch die Möglichkeit verliert, sie sich anzueignen. Ohne Aufmerksamkeit in sich entwickelt zu haben, versinkt der Mensch in den Wellen unerprobter Schwingungen und somit im Chaos. Man sollte nicht denken, dass jeder Neuankömmling in der Überirdischen Welt unverzüglich einen Führer erhält. Zuerst muss er in sich die Möglichkeit der gedanklichen Führung entwickeln. Gewiss, die Gedankensprache ist für alle dieselbe, doch wer nicht danach gestrebt hat zu denken, kann die Hilfe nicht verstehen. Daher sagen Wir: Lasst die irdischen Tage nicht verstreichen, ohne über die Überirdische Welt nachgedacht zu haben. Allein gespannte Aufmerksamkeit vermag vieles zu eröffnen, was Unwissende nicht bemerken. Der Denker riet dazu, an jedem Tage über das künftige Leben nachzudenken und die Aufmerksamkeit auf die fernen Welten zu richten.

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