Bruderschaft II, § 831

Urusvati weiß von der Wirkung des Sieges über die Selbstsucht. Die Menschen werden sagen: ‘Ein solcher Kampf übersteigt die Kräfte der Natur. Wir wissen noch nicht einmal, wie wir an eine solche Schlacht herangehen sollen.’ – Doch jeder Zugang hat sein ‘Sesam öffne dich.’ Haltet euch nicht für einen außergewöhnlichen Helden, wenn ihr mit der Offensive gegen das Ungeheuer der Selbstsucht beginnt. Wichtig ist vor allem, dass ihr eurem eigenen ‘Ich’ den Kampf erklärt und es durch das Wort ‘wir’ zu ersetzen versucht. Es wird verständlich, dass ein solcher Austausch nicht schwer ist, besonders, wenn ihr wisst, dass keine eurer Taten persönlich allein vollbracht werden kann. Bei jeder Arbeit ist ein Kollektiv aus irdischen und überirdischen Mitarbeitern tätig. Niemand vermag zu behaupten, ohne eifrige Mitarbeiter handeln zu können. Nur Dummköpfe und Unwissende bemerken nicht, wie ihre Bekundungen sich gestalten. Die Wissenschaft bestätigt, wie machtvoll überirdische Ströme sind. Die Wissenschaft nimmt bereits Gedankensendungen wahr. Im Namen der Wissenschaft ziemt es sich, das ‘Ich’ durch das machtvolle ‘Wir’ zu ersetzen. Der schaffende Mensch, der annimmt, sein Schaffen sei persönlich vollbracht, irrt sich. Möge er an die sichtbaren und unsichtbaren Mitarbeiter denken. Seine Arbeit wird nicht herabgewürdigt, wenn sie sich als Errungenschaft einer Gemeinschaft erweist. So lässt sich auch der Begriff des persönlichen Eigentums leicht in einen gemeinschaftlichen Begriff umwandeln. Der Mensch ist der Bewahrer der irdischen Schätze, und wenn er in diesem Bewusstsein in die Überirdische Welt eintritt, wird er von einer schweren Bürde unbelastet sein. Der Denker sprach: ‘Mensch, du kannst den Kampf mit der Selbstsucht in jeder beliebigen Stunde deiner Existenz beginnen.’

‹ § 830 · Inhaltsverzeichnis · § 832 ›