Bruderschaft II, § 83

Urusvati versteht die Einheitlichkeit der Gesetze in allen Welten. Gewöhnlich hegt man die Vorstellung, dass die Gesetze der physischen Welt im geistigen Sinne nicht anwendbar seien. Doch jedes Lebensbeispiel wird daran erinnern, dass die innere Grundlage eines Gesetzes unwandelbar ist. So legt der Mensch, der sich in die Höhen begibt, vorher jede Last ab, da sie ihm dort unerträglich wird. Ist es nicht genauso in der geistigen Welt? Ein Mensch, der von großer Höhe hinunterstürzt, nimmt beim Fall an Geschwindigkeit zu. Ist es nicht genauso in der geistigen Welt? Es ist unmöglich, einen Fall aus großer Höhe aufzuhalten. Sogar die weichste Unterlage wird für den Fallenden tödlich sein. Ist es nicht genauso in der geistigen Welt? Auf diese Weise kann man alle Grundlagen der Welten miteinander vergleichen und zu der Gewissheit von der Einheit der Gesetze gelangen. Mit solch einem Maßstab muss man an die Feinstoffliche Welt herantreten. Einzig die Rückwirkungen werden weniger sichtbar sein als in der grobstofflichen Welt, doch stattdessen werden einige andere klarer hervortreten. In den niederen Schichten nimmt jede sinnliche Begierde noch zu, doch dafür verstärken sich in den höheren Sphären die besten Eigenschaften. Das Gefühl der Pflicht erstarkt und äußert sich dann in besonderer Weise bei nachfolgenden Verkörperungen. Ein hoher Geist widersetzt sich dem natürlichen Daseinswechsel nicht. Er freut sich selbst über die Möglichkeit, einen neuen Aspekt seines Lebens zu vervollkommnen. Er hilft selbst mit, schwierige Aufgaben zu finden, um an ihnen das erneuerte Bewusstsein zu erproben. Jeder hohe Geist strebt auf einen schweren Weg, doch der Schwache wird sein feiges Müßiggängertum zu bewahren suchen. Zu Uns kommt man nur auf schwierigen Wegen. Es ist unmöglich, einen einzigen Bruder, eine einzige Schwester zu nennen, die keine schwierigen Wege durchschritten hätten. Jeder hätte seinen Weg erleichtern können, tat es jedoch aufgrund der Dringlichkeit des Aufstiegs nicht. Man kann sich die Atmosphäre vorstellen, die durch solche Anstrengungen komprimiert wird! Ohne daran gewöhnt zu sein, wird niemand solche Schwingungen ertragen. Doch außer der Kraft der Schwingungen strahlt klar auch die Einheitlichkeit der Anspannung. Sie tritt gewiss in einer einzigen Richtung hervor. Es herrscht völlige Einmütigkeit, und die Vielfarbigkeit der Ausstrahlungen bildet einen herrlichen Regenbogen – derart erfüllt ist die Atmosphäre Unserer Wohnstatt.

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