Bruderschaft II, § 829

Urusvati weiß von der Wirkung des Sieges über die Vergangenheit. Die Menschen halten den Historiker für einen Erforscher der Wahrheit, nicht aber für einen Sklaven vorgefasster Ideen. Indessen erschweren viele dieser Sklaven die Evolution. Sogar im Alltagsleben erscheint die Vergangenheit als grausamer Tyrann. Die Sklaven der Vergangenheit vermögen nicht über die Zukunft nachzudenken und unterbinden dadurch ihren Fortschritt. Doch nicht nur im irdischen Leben vollziehen sich solche Tragödien, besonders entsetzlich sind sie in der Überirdischen Welt. Dort empfangen die Sklaven der Vergangenheit die Last aller vergangenen Existenzen. Sie tragen schwer an dieser Last, da sie sich in der Komplexität der Vergangenheit nicht zurechtfinden. Niemand hat sie gelehrt, die Vergangenheit in Ruhe anzunehmen und sie in die Zukunft überzuführen. Sie wissen nicht, dass sie bei einer vernünftigen Einstellung gegenüber der Vergangenheit sogar ihr Karma erleichtern können. Doch die Erdbewohner vermögen sich noch nicht einmal richtig gegenüber der alltäglichen Vergangenheit zu verhalten. Selbst die geringste Vergangenheit wandelt sich in eine grausame Bedrückung. Sie tötet jedes Zukunftsstreben ab. Jeder Fehler sollte eine neue Erkenntnis sein, nicht aber ein Hindernis. Man muss jedes auf einem Fehler beruhende Hindernis in die Zukunft wenden. Es gibt im Leben viele Fehler, die sich jedoch in ungetrübtes Wohl zu wandeln vermögen, wenn sie nicht den Wagemut schwächen. Lasst uns nur nicht stöhnen und das Schicksal anklagen, das doch eine logische Folge der menschlichen Taten darstellt. Möge in den Schulen, in den Unterrichtsstunden der Psychologie, von der Bedeutung der Vergangenheit gesprochen werden. Der Denker sprach: ‘Möge der Sieg über die Vergangenheit das Tor zur Zukunft öffnen.’

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