Bruderschaft II, § 828

Urusvati weiß von der Macht des Wohlwollens, dieses alten, unverstandenen und missgedeuteten Vermächtnisses. Die Menschen sagen: ‘Wo aber ist das Wohlwollen, wenn der Mensch dem Menschen Feind ist?’ Man darf nicht vergessen, wie oft Wir das unversöhnlich Böse verurteilt und zur Verteidigung des Guten aufgerufen haben, doch muss der freie Wille bestimmen, wo Verteidigung und wo Angriff ist. Menschen, die erkannt haben, wo Verteidigung ist, verstehen, wo sie dem Wohlwollen widersprechen könnte. Vor allem sollte ein Mensch der gesamten Menschheit gegenüber wohlwollend sein. Er versteht, dass die Schädlinge betrübliche Ausnahmen sein können, das Wesen der Menschheit jedoch grundlegend gut ist. Allein in solchem Bewusstsein kann man sich auf die Überirdische Welt vorbereiten. Nirgends stehen derart viele Begegnungen bevor wie in der Überirdischen Welt, und die Rüstung des Wohlwollens wird die zuverlässigste sein. Auf diese Erscheinung muss man sich jedoch sowohl im Herzen als auch im Verstande vorbereiten. Bald wird man die Gedanken des Wohlwollens wie die des Übelwollens fotografieren können. Der Arzt wird dann seine wissenschaftlichen, medizinischen Schlussfolgerungen daraus ziehen und aufzeigen, was dem menschlichen Organismus von beiden Erscheinungen nützlicher ist. Mögen die Menschen auf dem Wege wahrer Wissenschaft denken. Wenn das Herz noch nicht zu sagen vermag, wo die Wahrheit ist, so werden wissenschaftliche Schlussfolgerungen der Menschheit helfen, sich den überirdischen Wegen zu nähern. Das Unausbleibliche muss mit allen Feuern beleuchtet werden. Der Denker sprach: ‘Lehrer, lehre mich das Wohlwollen.’

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