Bruderschaft II, § 814

Urusvati weiß von der Teilbarkeit der psychischen Energie. Ein einziges Feuer kann, ohne zu verlöschen, eine Vielzahl von Öllämpchen entflammen. Hierbei muss man eine bemerkenswerte Erscheinung verstehen, die selten beachtet wird: Diese Aussendungen gelangen ihrem Wesen nach unverändert ans Ziel, doch ihre Einzelheiten und Ausdrucksformen können in Abhängigkeit von der Individualität des Empfangenden veränderlich sein. Daher rühren mitunter die Missverständnisse über scheinbare Widersprüche. Doch ein Forscher könnte eine ganze Reihe psychischer Sendungen miteinander vergleichen und sich davon überzeugen, dass ihr Wesen unzerstörbar ist, obwohl ihre Ausdrucksformen sich ändern. Eine solche Erscheinung beweist die feurige Natur der psychischen Energie. Sie ruft im Bewusstsein des Empfangenden die ihm nächsten Ausdrucksformen hervor – auf solche Weise wird die vernünftige und feurige Grundlage der uranfänglichen Energie bestätigt. Bei psychischen Sendungen muss man im Auge haben, dass sie die unerwartetsten Wesen berühren können, erwünschte wie unerwünschte. Diese Überlegung veranlasst zur Vorsicht, weshalb der erfahrene Tatmensch wissen muss, wie er sein Denken zu zügeln hat, falls es sich für irgendetwas als schädlich erweisen könnte. Die Erscheinung des psychischen Austausches ist sowohl in der irdischen wie in der überirdischen Welt weit entwickelt. Die Menschen denken jedoch oftmals derart schwach, dass sich statt einer klaren Sendung nur ein giftig-trüber Schleier bildet. Der Denker sprach: ‘Lasst uns einen klaren und reinen Gedanken aussenden, denn nur er wird keinen Schaden auf unseren Weg tragen.’

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