Urusvati weiß von der Heilkraft des Mitgefühls. Gewöhnlich nehmen die Menschen an, dass diese Eigenschaft nur Höheren Wesen zukomme. Indessen treten die Menschen in ihrem Alltagsleben oft mit dem Mitgefühl in Berührung. Wahrlich, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, Feingefühl, Nachsicht und alle Bekundungen von Behutsamkeit gegenüber den Mitmenschen sind in unterschiedlichem Maße Erscheinungen von Mitgefühl. Die Liebe selbst lebt neben dem Mitgefühl. Und ist Zusammenarbeit nicht ein Nachbar des Mitgefühls? Alle diese guten Eigenschaften sind voller Heilkraft. Die mit guter Absicht ausgesandte psychische Energie offenbart heilkräftige Wirkung. Möge auch die Wissenschaft aufzeigen, wie heilsam gute Absichten auf das Nervensystem wirken. Doch vergessen wir nicht, dass derjenige, der das Mitgefühl bekundet, von dem Bumerang der ausgesandten Energie ebenfalls nützliche Wirkungen erfährt. Überdies muss man im Auge haben, dass solche wechselseitigen Wirkungen besonders in der Überirdischen Welt in Erscheinung treten. Die Bewohner der Feinstofflichen Welt bedürfen keiner Versicherungen durch Worte, das Gefühl allein erreicht den Leidenden schneller als das Licht. Und es gibt in der Überirdischen Welt nicht wenig Unglückliche, die der Ermutigung bedürfen. Solche umherirrenden Bewohner wollten während ihres irdischen Zustandes nichts von einer zukünftigen Existenz hören. Sie irren nackt umher und wissen nicht, wie sie ihre Nacktheit bedecken sollen. Es ließen sich viele durch Unwissenheit entstandene Beispiele überirdischen Unglücks anführen. Welch weites Tätigkeitsfeld eröffnet sich da jedem, der die Bedingungen des überirdischen Lebens kennt. Und der Ermutigende erfährt durch seine geäußerten guten Gefühle verstärkte Kraft. Der Denker sprach: ‘Lasst uns ein gutes Opfer bringen.’