Urusvati weiß, dass Fanatismus ein überaus gefährlicher psychischer Zustand ist. Der Fanatiker beraubt sich selbst der Bewegung. Er kann nicht erfolgreich voranschreiten und sich vervollkommnen. Der Fanatiker ist ein lebender Leichnam. Der Fanatismus kann zu einer Seuche werden, da schwache Menschen jegliche Fortentwicklung fürchten. Ihr finsteres Dasein beruht auf dem toten Buchstaben. Leider bildet sich Fanatismus im Umkreis jeder Lehre, und er gestattet keine Vertiefung der Grundlagen. Wir wollen die großen Lehren nicht aufzählen, die bereits unter primitivem Fanatismus gelitten haben. Die Geschichte liefert genug solcher düsteren Beispiele. Man könnte fragen, wie mit dem Fanatismus zu kämpfen ist. Man muss verstehen, dass jede Auseinandersetzung mit Fanatikern nur deren Starrköpfigkeit noch verstärkt. Glauben solche Unwissenden doch, dass gerade sie die Bewahrer der reinen Lehre seien. Ein Fanatiker antwortet auf jede Frage des Gesprächspartners mit wütender Leidenschaft. Und er wächst ständig in seinem Starrsinn. Er behauptet, die Lehre könne sich nicht entwickeln; anders gesagt, erkennt der Fanatiker die Lebendigkeit des Erkenntnisprozesses nicht an. Doch in der Ewigkeit kann es keinen Stillstand geben. Alles ist in Bewegung, und in diesem Bestreben vervollkommnet es sich. So lasst uns daran denken, dass es unmöglich ist, mit Leichnamen Streitgespräche zu führen. Möge die Zersetzung sich zu neuer Existenz wandeln. In kurzen Worten – streitet nicht mit Fanatikern, umgeht die Zersetzung und eilt in siegreichem Erkenntnisstreben voran. Der Zunahme von Fanatikern kann durch kosmische Erscheinungen eine Grenze gesetzt werden. Sie können einen solchen Schlag erhalten, dass sie erschüttert sind. Eine solche Erschütterung kann auf der Erde oder in der Überirdischen Welt erfolgen, das ist gleich, doch ist der Fanatismus für die Überirdische Welt in jedem Fall ungeeignet. Der Denker sprach: ‘Fanatiker, wie wirst du die Grenze zum Überirdischen überschreiten?’