Bruderschaft II, § 785

Urusvati weiß, welch hohe Bedeutung unermüdliche Wachsamkeit besitzt. Wir haben oft an die Scharfsicht erinnert, doch messen die Menschen dieser rettenden Eigenschaft keine Bedeutung bei. Wahrlich, für die einen ist Wachsamkeit gleichbedeutend mit Ketten, doch für die anderen bedeutet sie Flügel. Narren sagen: ‘Wenn Gefahr kommt, dann werden wir auf der Wacht stehen.’ Werden sie jedoch die Gefahr erkennen können, wenn ihr Geist seine Sehfähigkeit nicht entfaltet hat? Im Bewusstsein sind viele Eigenschaften eingelagert, doch muss man sie aus den Tiefen der Schatzkammer heraus entwickeln. Es werden Dummköpfe auftreten, die sich nicht schämen, die Notwendigkeit der Wachsamkeit zu verneinen. Ihrer Meinung nach ist es nicht Sache der Menschen, Wachsamkeit zu entwickeln und sich dadurch zu erschöpfen, dass sie sich konzentriert anspannen. Außer ihnen gibt es auch noch solche Zweibeiner, die überhaupt nicht verstehen, was Wachsamkeit ist. Es ist daher notwendig, wiederholt von Scharfsicht, Anspannung und Wachsamkeit zu sprechen. Über all diese Eigenschaften haben Wir in den verschiedenen Büchern gesprochen, doch die Kompliziertheit des Harmagedon veranlasst dazu, erneut auf die rettende Selbstverteidigung hinzuweisen, die für den Menschen so notwendig ist. Er hofft, eine Verbindung zur Überirdischen Welt zu bekommen, doch dafür muss er Scharfsicht besitzen. Ein Blinder wird die Schönheit der Höheren Welt nicht schauen, doch Scharfsicht bedarf der Erziehung. Sie vermag sich nicht unverzüglich zu bilden. Die Ausbildung von Scharfsicht entsteht aus dem Wunsch, alles Höhere und Schöne zu schützen. Aus solch einer Bestrebung erwächst auch die Wachsamkeit, die unermüdlich sein wird, da sie zur Schönheit führt. Der Denker sprach: ‘Erinnert euch – immer bereit!’

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