Bruderschaft II, § 783

Urusvati weiß, dass der Mensch sich erhebt, indem er sich dem Schönen nähert, indem er auf das Schöne blickt, dem Schönen zuhört, über die Wege des Schönen nachdenkt. Glaubt nicht, dass die Menschheit diese alte Wahrheit hinreichend erkannt hätte. Leider sind die Menschen gerade jetzt weiter von ihr entfernt als in vielen vorausgegangenen Jahrhunderten. Die Erscheinung des Schönen wird in vielen Bereichen oftmals nicht nur für unnötig, sondern gar als unzeitgemäß erachtet. Indessen behaupten die Besserwisser im Alltag, zur Welterneuerung angetreten zu sein. Fragt sie, wie sie die künftige Welt ohne Sorge um das Schöne verkünden wollen. In all der mit Leidenschaft bekundeten Besserwisserei bei der Welterneuerung hat das Schöne keinen Platz. Doch von welcher Arbeit geht man aus, wenn sie nicht schön sein wird? Welches Wissen kann leben, wenn es nicht das Schöne in sich birgt? Welche Gerechtigkeit kann geboren werden, wenn sie schöner Erleuchtungen beraubt sein wird? Und dabei reden die Menschen von den Grenzen und vom Sinn des Schönen. Sie verstehen nicht, dass jedes Quäntchen Schönheit den Menschen bereits zum Mitarbeiter der Höheren Kräfte macht. Kann man ohne die Flügel des Schönen zur Überirdischen Welt streben? Kann man ohne die schönen Erkenntnisse lichter Flüge wahrhaft künstlerisch schaffen? So wird verständlich, dass Evolution unmöglich ist, wenn man sich nicht dem Schönen nähert. Der Denker wies darauf hin: ‘Wenn ihr im Traum vom Schönen lebt, empfangt ihr Freude und Liebe.’

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