Bruderschaft II, § 777

Urusvati weiß, dass die Kriminalität überall ansteigt. Äußerlich gesehen gestaltet sie sich sehr verschieden, doch ihr schädlicher Gehalt ist ein und derselbe. So ergibt sich die unerwartete Erscheinung, dass einfache Völker sich als ethisch höherstehend erweisen als die aufgeklärte Zivilisation. Es ließe sich ein aufschlussreiches Buch über den Verfall der Menschheit verfassen; nichts unterstützt eine Bewegung, die zu Verbesserungen führen würde. Besonders abstoßend ist es, wenn ein offenkundiger Verbrecher von Ethik spricht und dabei spezielle Zeremonien ausführt. Vor langem schon wurde gesagt, dass sich selbst die höchste Zeremonie in den Händen eines Verbrechers in Lästerung verkehrt. Ebensowenig Hilfe bringt eine bedingte, von Voreingenommenheit bestimmte Wissenschaft. Doch gerade von der Wissenschaft müsste eine Reinigung des Bewusstseins erwartet werden. Ethik und Biologie sind bis heute unverstandene Gegensätze geblieben. Es scheint unmöglich für die Menschheit zu sein, selbst inmitten der Nöte und des Grauens des Harmagedon ihren Blick über ihren verstaubten Herd zu heben! Der Mensch wendet die wunderbaren Erfindungen, die das heutige Leben erfüllen, nicht in rechter Weise an. Man sollte meinen, dass solche Apparate wie das Radio zum Nachdenken über die Gedankenübertragung veranlassen, doch gewiss dient diese Entdeckung vor allem dem Betrug. Wo liegt die Lösung? Erneut müssen wir die Überirdische Welt aufzeigen. Man muss sie in ihrer vollen Wirklichkeit hervorheben, denn nur so lässt sich ein gefallener Mensch warnen. Doch wieviel muss in dieser Richtung vollbracht werden! Hier muss die Wissenschaft helfen; die Wissenschaft muss frei sein; die Wissenschaft muss in die Tiefen des Bewusstseins vordringen. Die zivilisierten Menschen müssen darüber nachdenken, weshalb primitive Volksstämme sich als ethischer, als sittlicher erweisen. Der Denker riet den Menschen warnend, über die Grenze ihrer Behausung emporzublicken.

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