Bruderschaft II, § 776

Urusvati weiß, dass man die Erkenntnis der Überirdischen Welt auf jegliche Weise in das Alltagsleben einbringen muss. Die Menschen beklagen sich häufig über störende Umstände, doch sind solche Klagen gewöhnlich unbegründet. So sprechen die Menschen von grausamen Erschütterungen, ohne aber die hauptsächlichen Feinde ihres Fortschritts zu erwähnen. Sie vergessen dabei, dass eine Erschütterung einer notwendigen Explosion gleichkommt, da das irdische Leben oft von kleinlichen Streitigkeiten geradezu gesättigt ist. Diese Explosionen können wertvolle Tiefen eröffnen, denn die kleinlichen Zänkereien sind wie ein qualmender Ofen. Man kann sich unmöglich weiterentwickeln, wenn jeder Tag von Giften durchsetzt ist. Mögen die Menschen daher nicht über sie erschütternde Explosionen wehklagen, sondern darüber nachdenken, wie sie sich von ihren kleinen Giftnattern befreien können. So geraten die Menschen auch nicht selten in Verzweiflung in der Meinung, ihrer Mühe bedürfe niemand, vergessen dabei jedoch, dass die durch ihre Arbeit erzeugte Energie einen kosmischen Wert darstellt. Der Mensch kann nicht wissen, wo seine Energie in Erscheinung treten und wie und wann sie das Wohl herbeitragen wird. Es kann sein, dass der Tätige dieses Wohl selbst empfinden wird, doch ebenso gut, dass es zum Wohl der Nächsten beiträgt. Möge die Arbeit von ihrem Wesen her gut sein, dann wird nicht Verzweiflung, sondern Freude das Los des Tätigen sein. Es lassen sich viele Beispiele dafür anführen, dass Menschen sich selbst der Freude beraubt haben. Doch wird das Gefühl der Freude noch nicht oft klar verstanden. Der Denker sprach: ‘Fürchtet keine Erschütterungen – doch hütet euch vor kleinlichen Streitereien, denn aus ihnen erklingt Unwissenheit.’

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